Donnerstag, 28 Juni 2012 12:10

DAS LEERZEICHEN

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Der morgendliche Genuß der „Freien Presse“ kann schon spannend sein.

Auf der Annaberger Lokalseite vom 28.06.12 DAS Tagesthema: “Gewaltopfer fordert mehr Zivilcourage“. Die Region Annaberg scheint ein recht gefährliches Gebiet zu sein, unbekannte Schläger verunsichern das beschauliche Erzgebirge.

Was einem als spektakuläre Schlagzeile zum Lesen animiert, entzaubert sich bei der Lektüre als ungeschickte Zusammenstellung von Mutmaßungen über aufgebauschte Volksfest-Rempeleien mit unbekannten Tätern, unklaren Tathergängen, imaginären Zeugen, phantasievoll konstruierten Zusammenhängen, verdrehten Fakten und instrumentalisierten Schlußfolgerungen.

Merkwürdig, zu Zeiten der zitierten Vorfälle bei Hexenfeuer und Modenacht, die schon einige Zeit zurück liegen, erfuhr man nichts über besagte schlimme Geschehnisse, oder ist mir da etwas entgangen in der „Freien Presse“, die mich doch sonst über jeden zu groß gewachsenen Margeritenbusch informiert?

Vielleicht waren die Ermittlungen auch viel zu geheim?

Die Schmierereien an der neu eröffneten Festhalle und im Annaberger Stadtgebiet, deren politischer Hintergrund ihrer Urheber wohl kaum in Zweifel steht, wurden zur Tatzeit von der gleichen Zeitung verschämt und umständlich verharmlost, relativiert und mit Krokodilstränen bejammert.

Jetzt werden sie kurzerhand plump umgedeutet und der Bock quasi zum Gärtner gemacht.

Da die Verfasserin, Frau Laura Kaiser, wohl selbst nicht so recht an die Wirksamkeit und Überzeugungskraft ihrer losen Materialsammlung glaubt, setzt sie gleich noch als eine Art Gebrauchsanweisung Ihren Kommentar namens „Zeichen gefragt“ dazu. Vielleicht meinte sie auch nur journalistisch frei umschrieben „Fragezeichen“?

Was steckt wirklich hinter dieser Kurzgeschichtensammlung?  

Im Annaberger Rathaus findet nun endlich auch eine Ausstellung unter dem Motto „Gesicht zeigen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ vom „Netzwerk für Demokratie und Courage“ statt.

Diese Schau wird sicherlich nicht von großen privaten Geldgebern der Region aus eigener Tasche, mit den selbst erarbeiteten Geldern finanziert, sondern von denen, die all die wohlklingenden Arbeitsbeschaffungsvereine für gescheiterte Gesellschaftsromantiker berappen, den Steuerzahlern.

Jetzt könnte sich ja einer dieser Finanziers beim Betrachten der Ausstellung ergebnislos nach den Beweggründen dieser Schau und der gut bedachten Verwendung seiner Steuergelder fragen.

Damit diese armen Unwissenden endlich sehend werden, müssen sie sich erstmal heftig fürchten vor „Rechtsextremen und Schlägern“ und zutiefst schämen für die eigene, noch nicht unter Beweis gestellte „Zivilcourage“ gegen… was eigentlich?

Fragen über Fragen, daher „Zeichen gefragt“, Fragezeichen eben, oder einfach nur ein großes Leerzeichen inmitten einer ungemein informativen Lokalseite.

Euer

Bobby Braun

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